Carola Stern Carola Stern hat die Lebensabenteuer, die sie bestand, und die Irrungen, die sie überwand, unter dem Signaltitel des „Doppellebens“ versammelt. Er weist darauf hin, dass sie sich, wie sie selbst sagte, zweimal dem falschen Glauben hingab: in ihrer frühen Jugend dem Nationalsozialismus, dann den bolschewistischen Doktrinen der DDR. Aber sie hat mit souveräner Schonungslosigkeit ihre Irrtümer und ideologischen Verblendungen bekannt, ist ihnen auf den Grund gegangen und hat sie überwunden. Sie wurde in der selbstkritischen Auseinandersetzung zur Chronistin und zur beispielgebenden Gestalt der inneren Wandlung, zu einer überzeugten, kämpferischen Demokratin, die sich mit einer Arbeitskraft und optimistischen Energie sondergleichen der zivilgesellschaftlichen Entwicklung widmete. Ihr journalistisches Werk gehört zur politischen Kultur Westdeutschlands und ist besonders in der Auseinandersetzung mit den sozialistischen Staaten, vor allem mit der DDR, auch heute noch beispielhaft. Ihre biographischen Studien holten vergessene Frauengestalten aus dem historischen Dunkel; sie schildern Balanceakte zwischen Glückserwartungen und Alltagszwängen und zeigen, wie bei aller Ernüchterung utopischer Erwartungen doch ein erfülltes Leben gelingen kann. |
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